Powerbank-Sharing als nebenberufliches Lizenzgeschäft
Aufbau und erste 90 Tage eines Network-Pakets im Ruhrgebiet — Lizenznehmer Tobias W.
Die vorliegende Fallstudie dokumentiert den Aufbau eines nebenberuflichen Lizenzgeschäfts im Powerbank-Sharing. Der Lizenznehmer Tobias W. nahm im Ruhrgebiet zehn Stationen des Network-Pakets in Betrieb und platzierte sie in zehn frequentierten Locations – Shisha-Bars, Clubs, Bars und Restaurants sowie einer Lounge –, bei deren Suche Limitless Charging aktiv unterstützte. Über die ersten 90 Tage wurden 1107 Verleihvorgänge erfasst; bei einem vom Lizenznehmer festgesetzten Preis von 2,50 Euro je 30 Minuten und einer durchschnittlichen Verleihdauer von 56 Minuten belief sich die kumulierte Auszahlung an den Lizenznehmer auf 4.667,65 Euro brutto. Die monatlichen Auszahlungen stiegen kontinuierlich an; die Anfangsinvestition ist rechnerisch nach rund 6,3 Monaten vollständig amortisiert. Bei einer Stationslebensdauer von fünf bis sechs Jahren ergibt sich anschließend ein sechsstelliger Cashflow über die Nutzungsdauer, der eine etwaige Finanzierungsrate großzügig deckt. Der Fall verdeutlicht ein wiederholbares Muster, dessen entscheidende Faktoren die Auswahl geeigneter, gemeinsam identifizierter Standorte und die korrekte Platzierung der Station innerhalb der jeweiligen Location sind.
1Ausgangslage und Zielsetzung
Tobias W. ist hauptberuflich in Vollzeit tätig und suchte eine zusätzliche, greifbare Einnahmequelle, die sich ohne eigenes Ladenlokal und ohne täglichen Betreuungsaufwand führen lässt. Maßgeblich war die Anforderung, ein Geschäft aufzubauen, das nach der Einrichtung weitgehend selbstständig läuft und den ohnehin knappen Zeitrahmen neben dem Hauptberuf nicht überschreitet.
Eine zentrale Hürde beim Start eines solchen Geschäfts ist die Frage, wo die Stationen aufgestellt werden. Limitless Charging unterstützte ihn aktiv bei der Standortsuche und identifizierte gemeinsam mit ihm passende Betriebe im Ruhrgebiet. Dieser Umstand verkürzte die Anlaufphase erheblich, da nicht auf gut Glück akquiriert, sondern gezielt auf geeignete Locations zugegangen wurde.
2Untersuchungsgegenstand
Gegenstand der Untersuchung ist das Network-Paket, bestehend aus zehn Stationen des Modells S8. Der Lizenznehmer verteilte die zehn Stationen auf ebenso viele Standorte im gesamten Ballungsraum, sodass jede Location genau eine Station erhielt. Bei den gemeinsam mit Limitless Charging identifizierten Betrieben handelte es sich um Shisha-Bars, Clubs, mehrere Bars und Restaurants sowie eine Lounge.
Das gemeinsame Merkmal dieser Standorte ist eine hohe Verweildauer der Gäste in Verbindung mit einem ausgeprägten Abendpublikum. Beide Faktoren korrelieren erfahrungsgemäß mit der Nachfrage nach mobiler Ladeinfrastruktur, da die Wahrscheinlichkeit eines entladenen Endgeräts mit zunehmender Aufenthaltsdauer steigt.
3Vorgehen
Die Standortauswahl erfolgte in Abstimmung mit Limitless Charging und folgte einem einzigen, konkreten Kriterium: Sitzpublikum mit langer Verweildauer. Nach Zusage der jeweiligen Betreiber wurden die Stationen aufgestellt und in Betrieb genommen. Der laufende Betrieb erfolgt vollautomatisiert – Gäste entleihen und retournieren die Powerbanks eigenständig, die Abrechnung übernimmt das System. Auf der Network-Stufe wird eine Servicegebühr von 14 Prozent auf den erzielten Umsatz erhoben; der verbleibende Anteil wird an den Lizenznehmer ausgezahlt.
Als essentiell für den Erfolg erwies sich dabei nicht allein die Wahl der Location, sondern die korrekte Platzierung der Station innerhalb des Betriebs. Eine gut sichtbare, im unmittelbaren Blickfeld der Gäste positionierte Station – nahe der Sitz-, Theken- oder Kassenbereiche – wird deutlich häufiger genutzt als eine abseits aufgestellte. Der Platzierung wurde daher in jeder Location gezielt Aufmerksamkeit gewidmet.
Der verbleibende Eigenaufwand beschränkt sich auf die Pflege der Beziehung zu den aufnehmenden Betrieben und liegt nach Angabe des Lizenznehmers bei wenigen Stunden im Monat. Eine operative Betreuung der Technik im Alltag ist nicht erforderlich.
4Ergebnisse
Über den Beobachtungszeitraum von 90 Tagen wurden über alle zehn Stationen hinweg 1107 Verleihvorgänge registriert. Der Lizenznehmer hatte den Ausleihpreis auf 2,50 Euro je angefangene 30 Minuten festgesetzt. Bei einer durchschnittlichen Verleihdauer von 56 Minuten entfällt auf die typische Ausleihe ein zweites Zeitintervall, wobei kürzere und längere Ausleihen den Mittelwert entsprechend streuen. Insgesamt wurden 2.171 Zeitintervalle abgerechnet, woraus sich bei 2,50 Euro je Intervall ein Bruttoumsatz von 5.427,50 Euro ergibt. Die folgende Übersicht fasst die zugrunde liegenden Kenngrößen zusammen.
| Anzahl Stationen | 10 |
| Ausleihpreis (durch Lizenznehmer festgesetzt) | 2,50 € / 30 Min. |
| Durchschnittliche Verleihdauer | 56 Min. |
| Ausleihen gesamt | 1107 |
| Servicegebühr (Network-Stufe) | 14 % |
| Beobachtungszeitraum | 90 Tage |
Die an den Lizenznehmer ausgezahlten Beträge nahmen von Monat zu Monat zu, da sich Stammnutzung und Bekanntheit an den einzelnen Standorten erst über die Zeit einspielten. Die nachstehende Tabelle schlüsselt Ausleihen, Bruttoumsatz, Servicegebühr und die resultierende Auszahlung je Monat auf.
| Zeitraum | Ausleihen | Bruttoumsatz | Servicegebühr (14 %) | Auszahlung (brutto) |
|---|---|---|---|---|
| Monat 1 | 265 | 1.280,00 € | 179,20 € | 1.100,80 € |
| Monat 2 | 372 | 1.827,50 € | 255,85 € | 1.571,65 € |
| Monat 3 | 470 | 2.320,00 € | 324,80 € | 1.995,20 € |
| Summe (90 Tage) | 1107 | 5.427,50 € | 759,85 € | 4.667,65 € |
Bruttoumsatz = abgerechnete 30-Minuten-Intervalle × 2,50 €. Auszahlung (brutto) = Bruttoumsatz abzüglich 14 % Servicegebühr. Bei der Auszahlung handelt es sich um einen Bruttobetrag; die darauf entfallende Umsatz- und Ertragsteuer ist noch nicht abgezogen. Alle Beträge exakt.
Zum Ende des Beobachtungszeitraums lag die monatliche Run-Rate bei 470 Ausleihen (Monat 3) mit weiter steigender Tendenz. Fortgeschrieben auf einen eingeschwungenen Monat mit 520 Ausleihen und 1.030 abgerechneten Intervallen ergäbe sich ein Bruttoumsatz von 2.575,00 Euro und eine Auszahlung von 2.214,50 Euro brutto.
Bezogen auf die Investition von 11.900,00 Euro netto waren nach den ersten 90 Tagen bereits 4.667,65 Euro zurückgeführt. Bei einer fortgeschriebenen Auszahlung von 2.214,50 Euro brutto pro Monat ist die verbleibende Investition von 7.232,35 Euro rechnerisch nach weiteren rund 3,3 Monaten gedeckt; die Anfangsinvestition ist damit ab Inbetriebnahme nach insgesamt rund 6,3 Monaten vollständig amortisiert.
Von Bedeutung ist der Zeitraum jenseits der Amortisation. Die Stationen sind auf eine Lebensdauer von fünf bis sechs Jahren ausgelegt. Legt man die zum Periodenende erreichte Run-Rate von 2.214,50 Euro brutto pro Monat zugrunde, summieren sich die Auszahlungen über die Nutzungsdauer überschlägig auf rund 132.900 Euro (fünf Jahre) bis rund 159.400 Euro (sechs Jahre) – jeweils brutto, vor Steuern und vor dem Austausch von Verschleißteilen wie den Powerbanks. Nach Abzug der einmaligen Anschaffung verbleibt damit über die Lebensdauer ein sechsstelliger Cashflow.
Für die Anschaffung ist zudem das Verhältnis der laufenden Erträge zu einer möglichen Finanzierungsrate relevant. Selbst bei einer Finanzierung der Investition über 36 Monate läge die rechnerische Monatsrate bei rund 331 Euro zuzüglich Finanzierungskosten und würde durch die monatlichen Erträge von rund 2.214 Euro brutto um ein Vielfaches – und damit großzügig – gedeckt. Das laufende Geschäft trägt die Finanzierungsrate somit aus sich selbst heraus, ohne dass zusätzliches Kapital gebunden werden muss.
5Einordnung
Die beobachtete Entwicklung lässt sich auf vier Faktoren zurückführen, die im vorliegenden Fall zusammenwirkten. Erstens ermöglichte die durch Limitless Charging unterstützte Standortsuche einen gezielten Start ohne aufwändige Eigenakquise und damit einen deutlich verkürzten Weg zur Standortzusage. Zweitens war die Standortqualität hoch, da sämtliche Locations über Sitzpublikum mit langer Verweildauer verfügten – jene Konstellation, in der die Nachfrage nach Ladeleistung am zuverlässigsten entsteht. Drittens blieb der laufende Aufwand aufgrund des vollautomatisierten Betriebs gering. Viertens erlaubte die transparente Abrechnung über das System eine planbare Beteiligung an den erzielten Umsätzen.
Der ansteigende Verlauf über die ersten drei Monate ist charakteristisch und nicht als Sonderfall zu werten: Neue Standorte benötigen eine gewisse Zeit, bis sich wiederkehrende Nutzung und Sichtbarkeit einstellen. Der eigentliche Ertragswert des Modells zeigt sich daher erst im eingeschwungenen Zustand ab dem vierten Monat.
6Fazit
Der dokumentierte Fall verweist nicht auf ein außergewöhnliches Einzeltalent, sondern auf ein grundsätzlich wiederholbares Muster: geeignete, gemeinsam identifizierte Standorte, eine über den Ballungsraum verteilte Anzahl von Stationen und ein geringer laufender Aufwand. Da die Standortsuche durch Limitless Charging begleitet wird, ist ein vergleichbarer Aufbau nicht auf ein bereits vorhandenes eigenes Netzwerk angewiesen. Zugleich bleibt festzuhalten, dass die tatsächlichen Ergebnisse maßgeblich von Standort, Frequenz und Eigeneinsatz abhängen und im Einzelfall abweichen können.
Da die tatsächlichen Erträge maßgeblich von Standort, Nutzung und Eigeneinsatz abhängen, kann für konkrete Erträge aus dem System keine Garantie übernommen werden.