Powerbank-Sharing als nebenberufliches Lizenzgeschäft
Aufbau und erste 90 Tage eines Solo-Pakets im Raum Kiel — Lizenznehmer Fabian R.
Die vorliegende Fallstudie dokumentiert den Aufbau eines nebenberuflichen Lizenzgeschäfts im Powerbank-Sharing. Der Lizenznehmer Fabian R. nahm im Raum Kiel eine Station des Solo-Pakets in Betrieb und platzierte sie in einer stark frequentierten Shisha-Bar, bei deren Auswahl Limitless Charging aktiv unterstützte. Über die ersten 90 Tage wurden 115 Verleihvorgänge erfasst; bei einem vom Lizenznehmer festgesetzten Preis von 3,00 Euro je 30 Minuten und einer durchschnittlichen Verleihdauer von 52 Minuten belief sich die kumulierte Auszahlung an den Lizenznehmer auf 468,00 Euro brutto. Die monatlichen Auszahlungen stiegen kontinuierlich an; die Anfangsinvestition ist rechnerisch nach rund 7,1 Monaten vollständig amortisiert. Bei einer Stationslebensdauer von fünf bis sechs Jahren ergibt sich anschließend ein fünfstelliger Cashflow über die Nutzungsdauer, der eine etwaige Finanzierungsrate großzügig deckt. Der Fall verdeutlicht ein wiederholbares Muster, dessen entscheidende Faktoren die Auswahl geeigneter, gemeinsam identifizierter Standorte und die korrekte Platzierung der Station innerhalb der jeweiligen Location sind.
1Ausgangslage und Zielsetzung
Fabian R. ist hauptberuflich in Vollzeit tätig und suchte eine zusätzliche, greifbare Einnahmequelle, die sich ohne eigenes Ladenlokal und ohne täglichen Betreuungsaufwand führen lässt. Maßgeblich war die Anforderung, ein Geschäft aufzubauen, das nach der Einrichtung weitgehend selbstständig läuft und den ohnehin knappen Zeitrahmen neben dem Hauptberuf nicht überschreitet.
Eine zentrale Hürde beim Start eines solchen Geschäfts ist die Frage, wo die Station aufgestellt wird. Limitless Charging unterstützte ihn aktiv bei der Standortsuche und identifizierte gemeinsam mit ihm passende Betriebe im Raum Kiel. Dieser Umstand verkürzte die Anlaufphase erheblich, da nicht auf gut Glück akquiriert, sondern gezielt auf geeignete Locations zugegangen wurde.
2Untersuchungsgegenstand
Gegenstand der Untersuchung ist das Solo-Paket, bestehend aus einer Station des Modells S8. Der Lizenznehmer platzierte die Station in einem sorgfältig ausgewählten Betrieb. Bei der gemeinsam mit Limitless Charging identifizierten Location handelte es sich um eine stark frequentierte Shisha-Bar mit ausgeprägtem Abendpublikum.
Das gemeinsame Merkmal dieser Standorte ist eine hohe Verweildauer der Gäste in Verbindung mit einem ausgeprägten Abendpublikum. Beide Faktoren korrelieren erfahrungsgemäß mit der Nachfrage nach mobiler Ladeinfrastruktur, da die Wahrscheinlichkeit eines entladenen Endgeräts mit zunehmender Aufenthaltsdauer steigt.
3Vorgehen
Die Standortauswahl erfolgte in Abstimmung mit Limitless Charging und folgte einem einzigen, konkreten Kriterium: Sitzpublikum mit langer Verweildauer. Nach Zusage des Betreibers wurde die Station aufgestellt und in Betrieb genommen. Der laufende Betrieb erfolgt vollautomatisiert – Gäste entleihen und retournieren die Powerbanks eigenständig, die Abrechnung übernimmt das System. Auf der Solo-Stufe wird eine Servicegebühr von 25 Prozent auf den erzielten Umsatz erhoben; der verbleibende Anteil wird an den Lizenznehmer ausgezahlt.
Als essentiell für den Erfolg erwies sich dabei nicht allein die Wahl der Location, sondern die korrekte Platzierung der Station innerhalb des Betriebs. Eine gut sichtbare, im unmittelbaren Blickfeld der Gäste positionierte Station – nahe der Sitz-, Theken- oder Kassenbereiche – wird deutlich häufiger genutzt als eine abseits aufgestellte. Der Platzierung wurde daher in der Location gezielt Aufmerksamkeit gewidmet.
Der verbleibende Eigenaufwand beschränkt sich auf die Pflege der Beziehung zu den aufnehmenden Betrieben und liegt nach Angabe des Lizenznehmers bei wenigen Stunden im Monat. Eine operative Betreuung der Technik im Alltag ist nicht erforderlich.
4Ergebnisse
Über den Beobachtungszeitraum von 90 Tagen wurden an der Station 115 Verleihvorgänge registriert. Der Lizenznehmer hatte den Ausleihpreis auf 3,00 Euro je angefangene 30 Minuten festgesetzt. Bei einer durchschnittlichen Verleihdauer von 52 Minuten entfällt auf die typische Ausleihe ein zweites Zeitintervall, wobei kürzere und längere Ausleihen den Mittelwert entsprechend streuen. Insgesamt wurden 208 Zeitintervalle abgerechnet, woraus sich bei 3,00 Euro je Intervall ein Bruttoumsatz von 624,00 Euro ergibt. Die folgende Übersicht fasst die zugrunde liegenden Kenngrößen zusammen.
| Anzahl Stationen | 1 |
| Ausleihpreis (durch Lizenznehmer festgesetzt) | 3,00 € / 30 Min. |
| Durchschnittliche Verleihdauer | 52 Min. |
| Ausleihen gesamt | 115 |
| Servicegebühr (Solo-Stufe) | 25 % |
| Beobachtungszeitraum | 90 Tage |
Die an den Lizenznehmer ausgezahlten Beträge nahmen von Monat zu Monat zu, da sich Stammnutzung und Bekanntheit an den einzelnen Standorten erst über die Zeit einspielten. Die nachstehende Tabelle schlüsselt Ausleihen, Bruttoumsatz, Servicegebühr und die resultierende Auszahlung je Monat auf.
| Zeitraum | Ausleihen | Bruttoumsatz | Servicegebühr (25 %) | Auszahlung (brutto) |
|---|---|---|---|---|
| Monat 1 | 28 | 147,00 € | 36,75 € | 110,25 € |
| Monat 2 | 39 | 213,00 € | 53,25 € | 159,75 € |
| Monat 3 | 48 | 264,00 € | 66,00 € | 198,00 € |
| Summe (90 Tage) | 115 | 624,00 € | 156,00 € | 468,00 € |
Bruttoumsatz = abgerechnete 30-Minuten-Intervalle × 3,00 €. Auszahlung (brutto) = Bruttoumsatz abzüglich 25 % Servicegebühr. Bei der Auszahlung handelt es sich um einen Bruttobetrag; die darauf entfallende Umsatz- und Ertragsteuer ist noch nicht abgezogen. Alle Beträge exakt.
Zum Ende des Beobachtungszeitraums lag die monatliche Run-Rate bei 48 Ausleihen (Monat 3) mit weiter steigender Tendenz. Fortgeschrieben auf einen eingeschwungenen Monat mit 60 Ausleihen und 110 abgerechneten Intervallen ergäbe sich ein Bruttoumsatz von 330,00 Euro und eine Auszahlung von 247,50 Euro brutto.
Bezogen auf die Investition von 1.490,00 Euro netto waren nach den ersten 90 Tagen bereits 468,00 Euro zurückgeführt. Bei einer fortgeschriebenen Auszahlung von 247,50 Euro brutto pro Monat ist die verbleibende Investition von 1.022,00 Euro rechnerisch nach weiteren rund 4,1 Monaten gedeckt; die Anfangsinvestition ist damit ab Inbetriebnahme nach insgesamt rund 7,1 Monaten vollständig amortisiert.
Von Bedeutung ist der Zeitraum jenseits der Amortisation. Die Stationen sind auf eine Lebensdauer von fünf bis sechs Jahren ausgelegt. Legt man die zum Periodenende erreichte Run-Rate von 247,50 Euro brutto pro Monat zugrunde, summieren sich die Auszahlungen über die Nutzungsdauer überschlägig auf rund 14.800 Euro (fünf Jahre) bis rund 17.800 Euro (sechs Jahre) – jeweils brutto, vor Steuern und vor dem Austausch von Verschleißteilen wie den Powerbanks. Nach Abzug der einmaligen Anschaffung verbleibt damit über die Lebensdauer ein fünfstelliger Cashflow.
Für die Anschaffung ist zudem das Verhältnis der laufenden Erträge zu einer möglichen Finanzierungsrate relevant. Selbst bei einer Finanzierung der Investition über 36 Monate läge die rechnerische Monatsrate bei rund 41 Euro zuzüglich Finanzierungskosten und würde durch die monatlichen Erträge von rund 248 Euro brutto um ein Vielfaches – und damit großzügig – gedeckt. Das laufende Geschäft trägt die Finanzierungsrate somit aus sich selbst heraus, ohne dass zusätzliches Kapital gebunden werden muss.
5Einordnung
Die beobachtete Entwicklung lässt sich auf vier Faktoren zurückführen, die im vorliegenden Fall zusammenwirkten. Erstens ermöglichte die durch Limitless Charging unterstützte Standortsuche einen gezielten Start ohne aufwändige Eigenakquise und damit einen deutlich verkürzten Weg zur Standortzusage. Zweitens war die Standortqualität hoch, da die Location über Sitzpublikum mit langer Verweildauer verfügte – jene Konstellation, in der die Nachfrage nach Ladeleistung am zuverlässigsten entsteht. Drittens blieb der laufende Aufwand aufgrund des vollautomatisierten Betriebs gering. Viertens erlaubte die transparente Abrechnung über das System eine planbare Beteiligung an den erzielten Umsätzen.
Der ansteigende Verlauf über die ersten drei Monate ist charakteristisch und nicht als Sonderfall zu werten: Neue Standorte benötigen eine gewisse Zeit, bis sich wiederkehrende Nutzung und Sichtbarkeit einstellen. Der eigentliche Ertragswert des Modells zeigt sich daher erst im eingeschwungenen Zustand ab dem vierten Monat.
6Fazit
Der dokumentierte Fall verweist nicht auf ein außergewöhnliches Einzeltalent, sondern auf ein grundsätzlich wiederholbares Muster: geeignete, gemeinsam identifizierte Standorte, bereits mit einer einzelnen, gut gewählten Station und ein geringer laufender Aufwand. Da die Standortsuche durch Limitless Charging begleitet wird, ist ein vergleichbarer Aufbau nicht auf ein bereits vorhandenes eigenes Netzwerk angewiesen. Zugleich bleibt festzuhalten, dass die tatsächlichen Ergebnisse maßgeblich von Standort, Frequenz und Eigeneinsatz abhängen und im Einzelfall abweichen können.
Da die tatsächlichen Erträge maßgeblich von Standort, Nutzung und Eigeneinsatz abhängen, kann für konkrete Erträge aus dem System keine Garantie übernommen werden.