Auf die Frage „Wie viel verdient man mit Powerbank-Sharing?“ gibt es keine ehrliche Einzelzahl — es gibt eine Gegenfrage: Wo soll die Station stehen? Denn den Umsatz macht nicht die Hardware und auch nicht der Preis, den du einstellst. Den Umsatz macht die Location. Dieselbe Station bringt in einer Bäckerei rund 50 € im Monat und in einem gut laufenden Club das Zehnfache — bei identischer Technik und identischem Ausleihpreis.
Deshalb rechnen wir dir hier nicht eine Zahl vor, sondern drei Dinge: was an welcher Art von Location realistisch drin ist, woran du eine gute Location erkennst, und wie die Rechnung von Brutto zu Netto tatsächlich läuft.
Ein solider Standort — sagen wir ein Restaurant mit Abendgeschäft — kommt konservativ gerechnet auf knapp 3 Ausleihen pro Tag, also rund 85 im Monat. Bei 4 € Brutto je Ausleihe sind das rund 340 € Brutto-Umsatz pro Monat und Station. Nach Servicegebühr, Zahlungsgebühren und — falls die Station in einer fremden Location steht — dem Anteil des Standortpartners bleiben davon etwa 190 bis 260 € netto im Monat. Bei 1.490 € Anschaffung ist die Station damit nach rund sechs Monaten bezahlt.
Die 4 € je Ausleihe ergeben sich aus unserer Preisempfehlung von 2 € je angefangene halbe Stunde bei einer durchschnittlichen Ausleihdauer von rund 48 Minuten. Das ist die Mitte. Nach unten geht es auf unter 100 €, nach oben auf ein Vielfaches. Welcher Fall du wirst, entscheidet sich fast vollständig an der Adresse.
Eine Powerbank wird nicht geliehen, weil sie da ist. Sie wird geliehen, weil jemand in genau diesem Moment ein Problem hat: 14 % Akku, der Abend fängt gerade erst an, und der Weg nach Hause ist weit. Dieses Problem entsteht nicht überall gleich oft — und vor allem nicht zu jeder Tageszeit gleich oft.
Je später es in die Nacht geht, desto leerer sind die Akkus. Ein Handy, das morgens mit 100 % startet, liegt um 23 Uhr bei 15 % — nach einem Tag Arbeit, Nachrichten, Navigation und ein paar Stunden Musik und Fotos. Genau dann steht der Gast vor der Wahl: Abend abbrechen oder Powerbank leihen. Deshalb verdient dieselbe Station um Mitternacht ein Vielfaches dessen, was sie am Nachmittag verdient — und deshalb stehen Clubs, Late-Night-Bars und Shisha-Bars in der Tabelle unten ganz oben.
Damit das Problem überhaupt entsteht, müssen drei Dinge zusammenkommen: Der Gast muss lange genug bleiben. Er muss sein Handy benutzen — fotografieren, Musik streamen, bezahlen, den Heimweg planen. Und er darf keine kostenlose Alternative haben, also kein Ladekabel hinter der Bar.
Alles, was du selbst steuern kannst — Preis, Paketgröße, Aufstellwinkel — bewegt den Umsatz um vielleicht 10 bis 20 %. Die Wahl der Location bewegt ihn um den Faktor 10. Das ist der Grund, warum dieser Artikel mehr über Locations spricht als über Rechnungen.
Die folgenden Werte sind Erfahrungs- und Richtwerte aus dem laufenden Betrieb, gerechnet mit 4 € Brutto je Ausleihe. Die Netto-Spalte gilt für den Fall, dass die Station in deiner eigenen Location steht — also nach 20 % Servicegebühr und rund 4 % Zahlungsgebühren, ohne Standortpartner-Anteil.
| Location | Ausleihen / Monat | Brutto / Monat | Netto / Monat |
|---|---|---|---|
| Club, Diskotheknur 2–3 Nächte pro Woche, dafür sehr dicht — und spät | 125–230 | 500–920 € | 380–700 € |
| Shisha-Bar, Late-Night-Barsehr lange Verweildauer, junges Publikum | 105–210 | 420–840 € | 320–640 € |
| Cocktail- und Szene-Bar | 85–170 | 340–680 € | 260–515 € |
| Bowling, Billard, Freizeitcenter | 85–170 | 340–680 € | 260–515 € |
| Restaurant mit Abendgeschäft | 70–140 | 280–560 € | 215–425 € |
| Hotel- oder Hostel-Lobby | 40–105 | 160–420 € | 120–320 € |
| Fitnessstudio | 30–85 | 120–340 € | 90–260 € |
| Friseur, Beauty, Nagelstudio | 20–55 | 80–220 € | 60–165 € |
| Café, Bäckerei, Imbisskurze Verweildauer — rechnet sich meist nicht | 15–40 | 60–160 € | 45–120 € |
Richtwerte, keine Zusicherung. Die tatsächlichen Einnahmen hängen von Lage, Frequenz, Publikum, Jahreszeit und deinem Ausleihpreis ab.
Der Sprung von unten nach oben in dieser Tabelle ist ungefähr Faktor 8. Und er kostet dich keinen Cent mehr — die Station ist dieselbe. Er kostet dich nur ein paar Wochen mehr Sorgfalt bei der Auswahl.
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Ein Club steht ganz oben, obwohl er nur an zwei oder drei Abenden öffnet — weil an diesen Abenden fast jeder Gast fünf Stunden bleibt, sein Handy dauerhaft in der Hand hat und die Nacht genau dann am längsten ist, wenn die Akkus am leersten sind. Zweitens: Cafés und Bäckereien liegen unten, obwohl dort täglich sehr viele Menschen durchgehen. Frequenz allein reicht nicht. Es zählt die Zeit, die jemand bleibt — und die Uhrzeit, zu der er da ist.
Wenn du eine konkrete Location im Kopf hast, geh diese sieben Punkte durch. Je mehr davon zutreffen, desto weiter oben in der Tabelle landest du.
Die Faustregel dahinter: Investiere deine Zeit in die Standortauswahl, nicht ins Pricing. Ein guter Standort verzeiht einen mittelmäßigen Preis. Ein schlechter Standort lässt sich durch keinen Preis retten.
Vom Brutto-Umsatz gehen bis zu drei Posten ab:
Was übrig bleibt, ist deine Nettoeinnahme. An zwei Fällen durchgerechnet:
Du betreibst selbst eine Bar oder ein Restaurant und stellst die Station auf deinen eigenen Tresen. Es gibt keinen Standortpartner.
Bei 1.490 € Anschaffung ist die Station nach rund sechs Monaten bezahlt. Ab dann ist sie laufender Cashflow. Und das ist die konservative Variante — an den Standorten aus den oberen Zeilen der Tabelle ist das Doppelte bis Dreifache realistisch.
Du hast keine eigene Location, sondern stellst Stationen bei Partnern auf. Gerechnet mit 20 % Standortpartner-Anteil:
Der häufigste Anfängerfehler ist, im ersten Gespräch mit einer Umsatzbeteiligung zu eröffnen. Das ist unnötig. Für die meisten Betreiber ist die Station schon ohne jede Beteiligung ein Gewinn — sie kostet ihn nichts, er muss nichts tun, und sie löst drei Probleme, die er ohnehin hat:
Führe das Gespräch also in dieser Reihenfolge: erst der Nutzen für die Location, dann der kostenlose Aufstellplatz. Sehr viele Betreiber sagen an dieser Stelle bereits zu. Erst wenn jemand ausdrücklich eine Beteiligung will, gehst du in die Prozente — und dann gilt in der Praxis: maximal 20 %. Darüber kippt die Rechnung. Bei 30 % oder mehr arbeitest du im Wesentlichen für den Standort, und die Amortisation zieht sich über mehr als ein Jahr.
Als Orientierung in der konservativen Rechnung (≈ 260 € netto im Monat an eigener Location):
An einer Location aus den oberen Zeilen der Tabelle halbiert sich diese Zeit oder besser. An einer aus den unteren verdoppelt oder verdreifacht sie sich — deshalb dieser ganze Artikel über Locations. Den Wert für deinen konkreten Fall rechnest du am besten selbst durch: im Verdienst-Rechner → stellst du Frequenz, Preis und Paket frei ein.
Du musst diese Einschätzung nicht allein treffen — und du solltest es auch nicht. Wir sehen die Zahlen aus allen laufenden Stationen und wissen deshalb ziemlich genau, was ein bestimmter Location-Typ in einer bestimmten Lage bringt.
Was das konkret heißt:
Powerbank-Sharing ist ein solides Zusatzgeschäft — kein Schnell-reich-Versprechen. Drei ehrliche Einordnungen:
Dann schreib uns kurz auf WhatsApp, welche — Art der Location, Stadt, ungefähre Gästezahl am Abend. Wir sagen dir ehrlich, was dort realistisch drin ist und ob sich der Start lohnt. Kostet nichts und dauert fünf Minuten.